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NATURGESCHICHTE

INSECTEN DEUTSCHLANDS.

ERSTE ABTHEILUNG.

SECHSTER BAND.

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INSECTEN DEUTSCHLANDS

BEGONNEN VON DR. W. F. ERICHSON, FORTGESETZT VON

Pror. Dr. H. SCHAUM, Dr. G. KRAATZ, H. von KIESENWETTER, J. WEISE uno E. REITTER.

ERSTE ABTHEILUNG COLEOPTENRA,. SECHSTER BAND.

BEARBEITET VON

JULIUS WEISE.

BERLIN 1893.

NICOLAISCHE VERLAGS-BUCHHANDLUNG R. STRICKER.

VORREDE.

Ir vorliegenden sechsten Bande sind 'Thiere behandelt, welche bereits in Monographieen oder kleineren Aufsätzen eingehend be- arbeitet wurden und verhältnissmässig gut gekannt sind. Meine Aufgabe konnte also nur darin bestehen, die Arten genau zu be- grenzen, auf die erste Beschreibung zurück zu führen und, nebst den Gattungen, in eine möglichst natürliche Reihenfolge zu bringen.

Das Erkennen einer Art bietet-bei- ausreichendem Materiale geringe Schwierigkeit, ist aber nach öinzelnen. Stücken oft sehr misslich; daher dürften sich ‚viele meiner Angaben als ungenau Heausstellen, weil eine Anzahl von Arten nur in wenigen Exem- plaren, einige überhaupt nicht zu erlangen waren. Hierin vermag der zunehmende Sammeleifers,in der Folge gewiss Wandel zu schaffen, wenn die Lebensweise ‘der "Thiere: mehr al$ seither berück- sichtigt, der Sammler kleinerer Chrysomeliden also darüber klar wird, dass er ein Thier in Menge zu fangen vermag, sobald er die Futterpflanze kennt.

Grössere Mühe als das Erkennen einer Art macht oft das Aufsuchen ihrer richtigen Benennung aus mangelhaften Be- schreibungen. Nicht auf alle neueren Schriftsteller trifft das Lob zu, welches Creutzer (Ent. Versuche 13) dem Autor der Käfer Preussens zollt: „Wer ein von Illigern beschriebenes Insekt nicht aufs erstemal erkennt, dem ist zu rathen, dass er das entomologische Studium aufgebe‘‘“ Man sucht sich in neuester Zeit mehr als nöthig dadurch zu helfen, dass man sich typische Stücke zur An- sicht schicken lässt.

In der Erwägung, dass die Type sehr vergänglich, leicht zu verwechseln, die Beschreibung dauernd und unveränderlich ist, und in der Meinung, das die Beschreibung doch einzig zu dem Zwecke geliefert wurde, die Art zu erkennen, halte ich die Ansicht von Original-Exemplaren nur in den dringendsten Fällen für gerecht- fertigt. Das blosse Arbeiten nach Typen dürfte auf der einen Seite zu flüchtigen Beschreibungen anspornen, auf der andern die

VI Vorrede.

Bequemlichkeit des Nacharbeiters bestärken, welcher der Mühe überhoben wird, die Beschreibungen gehörig zu prüfen und zu er- fassen. Selbst aus schlechten Beschreibungen lässt sich zuweilen noch durch eine nebensächliche Angabe auf das in Rede stehende Thier schliessen, andernfalls habe ich die Art eingezogen und es mögen nun die Rechte derselben nachgewiesen werden.

Bei der Eintheilung, die der Hauptsache nach von Chapuis herrührt, habe ich die Gruppen, Gattungen und Arten möglichst nach ihrer Verwandtschaft aneinander zu reihen versucht, aber es ist selbstverständlich, dass diese Anordnung nicht die Zustimmung aller Leser finden wird.

Einigen Gattungen sind Tabellen beigefügt, welche das schnelle Bestimmen der Arten bezwecken. Für sich allein benutzt, dürften sie durch Förderung der Oberflächlichkeit mehr Schaden als Nutzen stiften, da eine wirkliche Artkenntniss nicht aus ihnen, sondern nur aus vollständigen Beschreibungen gewonnen werden kann.

Dem Plane nach muss dieser Band noch die Bearbeitung der Coceinelliden enthalten, würde aber ohne eine Theilung zu um- fangreich werden; letztere schien auch aus dem Grunde geboten, weil die genannten Thiere einen in sich abgeschlossenen Stamm der Coleopteren darstellen, welcher durch verschiedene Merkmale, unter Anderem auch durch die Einrichtung des Penis von den übrigen Familien abweicht.

Das langsame Erscheinen der Lieferungen ist durch die ge- ringe Zeit veranlasst, die mir zu entomologischen Arbeiten übrig bleibt, die Verzögerung in der Ausgabe des letzten Heftes ausserdem durch meine Theilnahme an der Bearbeitung des neuesten Cataloges und längere Krankheit. Von den Lieferungen sind erschienen:

I.S. 1-192 am 1. October 1881. II. S.193—368 1. Decemb. 1882. III. 5.369—568 15. October 1884. IV. 8.569768 15. Juni 1886. V.'8.769—960 ‚„, 10. Mai 1888.

Möge dieser Band mit seinen mannigfaltigen Schwächen und Fehlern der Nachsicht meiner Kollegen empfohlen sein, von denen ich allen, die mich bei der Arbeit durch Rath und That unter- stützten, hiermit meinen verbindlichsten Dauk ausspreche.

Berlin, Lichtmess 1893.

Weise.

CHRYSOMELIDAE.

Phytophaga Chapuis, Genera X. 1.

Corpus plerumgue ovatum et superne glabrum, saepe colore laeto aut metallico ornatum.

Mandibulae saepissime breves, sat crassae, apice multifidae.

Labrum distinetum, transversum, elypeus immobilis.

Antennae plerumque 11-articulatae fronti in fossulis depressis insertae, mobiles.

Oculi rotundi, ovales vel oblongi, interdum margine interiore sinuati.

Prothorax lateribus saepe marginatus.

Elytra plerumgue seriatim punctata, epipleuris distinetis.

Abdomen segmentis 5 ventralibus eompositum.

Tarsi pseudo-4-meri, articulis 3 primis pulvillatis.

Penis tubulosus.

Die Chrysomeliden übertreffen an Umfang alle übrigen Familien der Coleopteren, von denen die Curculioniden an Artenzahl nur unbedeutend, die übrigen ganz erheblich zurückstehen. Betrachtet man die unendliche Fülle der Pflanzenwelt und die Mannigfaltigkeit der Stoffe, welche die Gewächse hervorbringen, so wird die grosse Zahl der Thiere erklärlich, die sich von ihnen leicht und beständig ernähren können. Durch die Lebensweise liess sich Chapuis be- stimmen, die vorliegende Familie mit dem Namen der Phytophages zu versehen. Abgesehen davon, dass diese Bezeichnung doch nur dann am Platze wäre, wenn sie alle Käfer umfasste, welehe auf die Pflanzenkost angewiesen sind (z. B. auch den Stamm der Coeecinelliden), so müsste sie besonders aus dem Grunde zurück- gewiesen werden, weil sie inconsequent ist. Die Familien sind gleichmässig zu benennen, man darf also nicht die eine als Phyto- phages, die anderen als Erotyliens, Endomychides und Coceinellides bezeichnen.

Zur Trennung von den übrigen nahe verwandten Familien giebt es natürlich kein sicheres Merkmal, welches nicht durch Aus- nahmen abgeschwächt würde; bei den Mylabriden ist der Kopf rüsselförmig verlängert, bei den Öerambyciden der Körper gestreckt, mehr oder weniger dicht anliegend behaart, meist mit langen, nach

VII Chrysomelidae.

der Spitze verschmälerten, ziemlich starren Fühlern, die in einer Ausrandung der Augen stehen, und das Kopfschild ist frei beweglich.

Der Körper der Chrysomeliden ist im Allgemeinen klein bis mässig gross, wenigstens sind Riesenformen, wie bei den Böcken und Scarabaeiden nicht vorhanden, und die grössten, z. B. die tropischen Sagra-, die südamerikanischen Alurnus- und Cassida- Arten, gehen nicht über das Mass unserer einheimischen Carabus hinaus. Vorherrschend ist die ovale mässig gewölbte Form; die- selbe geht zuweilen in eine cylindrische (Cryrtocephalus), oder schlanke und flache (verschiedene Hispinen), selbst runde (Cassida) oder halbkugelförmige (Sphaeroderma) über. Bei dem grössten Theile ist die Oberseite mehr oder weniger lebhaft metallisch ge- färbt und glänzend wie bei den Buprestiden, zuweilen auch mit Zeichnungen (Binden, Flecken, Linien oder Strichen) versehen, die aber entweder verwaschen begrenzt, oder sehr derb sind und niemals so zierlich ausfallen wie bei zahlreichen Cerambyeiden; die prächtigsten, leider allzu vergänglichen Gold- und Silberfarben, sowie auffällige Zusammenstellungen, z. B. grosse grellrothe Flecke auf mattgrünem, blauem oder schwarzem Grunde, findet man bei den Cassiden. Weniger vertreten sind gelbe, grüne, rothe oder schwarze nicht metallische Farben.

Der Kopf ist vorgestreckt und hinten mehr oder weniger halsförmig verengt (Donacia, Galeruca) oder tief in das Halsschild eingezogen, mit senkrechter Stirn und nach unten gerichtetem Munde (Clytra), oder unter dem erweiterten Vorderrande des Hals- schildes verborgen und der Mund nach hinten gerichtet (Cassida).

Die Fühler sind meist sehr beweglich, am vorderen Innenrande der Augen, auf der Stirn zwischen den Augen, auch auf dem Scheitel in Gruben eingefügt, faden- oder schnurförmig, oft in den letzten Gliedern verbreitert, selten so lang als der Körper, oder kurz, mit zahnförmig erweiterten Gliedern; zuweilen sind auch ein- zelne Glieder bei exotischen Galerueinen auffällig geformt, oder bei dem Männchen einiger Haltiken erweitert. Es sind fast immer elf Glieder vorhanden, Psylliodes hat zehn, Nonarthra aus Ostasien neun Glieder, bei mehreren Hispinen-Gattungen sinkt die Anzahl durch inniges Verschmelzen der Glieder bis auf drei.

Die Augen sitzen an den Seiten des Kopfes und sind rund oder länglich, zuweilen mit einer Ausbuchtung an der Innenseite, fein oder nicht besonders grob facettirt (z. B. bei mehreren Chryso- melen, Cyrtonus ete.), mit wenigen Ausnahmen (Megistops) weit getrennt.

Kopfschild unbeweglich, von der Stirn häufig durch einen Eindruck oder eine Furche abgesetzt, am Vorderrande gerade, oder

Chrysomelidae. IX

in schwachem Bogen ausgerandet und tief der Quere nach nieder- gedrückt, so dass es in einem hornigen, glatten Querstreifen endet, der vielen Donacien und den Eumolpiden fehlt. Unter demselben ist die Oberlippe befestigt, welche stets vorgestreckt, hornig, in der Mitte des Vorderrandes gewöhnlich ausgebuchtet ist.

Die Mandibeln sind kräftig, gleichmässig oder winkelig ge- bogen, mitunter über die Oberlippe hinausragend (Chrysochares, Chrysochus etc.) oder stark verlängert (bei den Männchen vieler Ulytra), einfach zugespitzt bei den Sagrinen, sonst in Zähne endigend, die entweder nur an der Spitze, oder noch zu beiden Seiten der- selben, bei den Hispinen allein am oberen Rande stehen. Maxillen klein, grösstentheils hornig, die innere Lade einfach, innen am Grunde glatt, oben bewimpert, die äussere selten einfach, meist zweitheilig. Maxillartaster viergliedrig, das Endglied konisch, oval, selten fast beilförmig. Kinn meist klein, quer, vorn ab- gestutzt oder ausgerandet. Zunge in der Regel quer und hornig, vorn gerade abgeschnitten, aber bei den Sagrinen oft sehr gross, häutig, dreieckig ausgeschnitten oder tief gespalten; Lippentaster dreigliedrig.

Das Halsschild umfasst zuweilen die Basis der Flügeldecken, oder ist viel schmaler als dieselbe und hängt dann mit ihr loser zusammen; es besitzt, wie bei den meisten Käfern, vier Ecken, jede nicht selten mit einer Borstenpore versehen, nur bei den Cassiden sind die Vordereeken fast immer geschwunden, und das Halssch. hat die Form eines Kreissegmentes, vielfach fehlen auch noch die wirklichen Hinterecken, denn das, was Boheman in mehreren Gattungen als solche bezeichnet, ist nichts weiter als eine winkelige Verengung des Seitenrandes.

Das Schildchen bleibt nur bei den Stylosomus-Arten völlig verborgen, bei den übrigen ist es sichtbar, gewöhnlich dreieckig, hinten zugespitzt (vorn spitz, hinten breit bei vielen Chlamyden) oder abgerundet, in der Gattung Pseudocolaspis viereckig, hinten abgestutzt oder dreispitzig. Die Oberfläche ist eben, oder steigt nach hinten zu einer Querleiste vor der Spitze auf (Pachybrachys).

Die Flügeldecken sind selten viel kürzer als der Hinterleib (Marseulia, Arima, sowie bei vielen Weibchen der Galeruciden vor der Eiablage), oder lassen nur das Pygidium frei (Clytra); hinten sind sie einzeln oder gemeinschaftlich abgerundet, in wenigen Fällen abgestutzt, und greifen oft mit dem Einde der Nahtkante in eine Rinne der Afterdecke ein. Zur festeren Verbindung mit den Seiten der Brust und des Hinterleibes besitzen sie mehr oder weniger lange und breite Epipleuren, welche in der Nähe des Seitenrandes, seltener weit von demselben entfernt liegen, wie in der Gattung Oides und

x Chrysomelidae.

bei den meisten Cassiden, deren Seiten dachartig verlängert sind. Bei einem Theile ist die Scheibe durchaus verworren punktirt, bei einem anderen sind die Punkte theilweise oder unregelmässig gereiht, bei einem dritten in regelmässige Reihen oder Streifen gestellt, einzelne Zwischenstreifen zuweilen kielartig erhöht.

Wenn die Flügeldecken in den Schultern winkelig heraustreten und deutliche Schulterbeulen besitzen, ist die Art vollkommen ge- flügelt. Die Flügel sind gross, weisslich, bräunlich, oder roth ge- färbt (Orina intricata) mit dunkleren Adern. Die Randader ist am Grunde ziemlich stark, hinten feiner, die Schulterader und die innere Mittelader sind kräftig, fast von gleicher Länge, nach aussen stark divergirend und am Ende hakenförmig zurückgebogen. Die äussere Mittelader läuft an der Basis nahe der inneren hin, wendet sich dann gegen die Analader und verbindet sich mit dieser. Von der Mitte der inneren Mittelader geht ein Ast aus, welcher der Anal- ader parallel nach hinten zieht. Die Flügel falten sich vorn der Länge nach, legen sich aber am Haken der Schulterader in mehrere grosse Falten zusammen, so dass sie unter den Decken geborgen werden können. Uebrigens findet man in der Stärke und im Ver- laufe der Adern bei den einzelnen Chrysomeliden-Gruppen mannig- faltige Unterschiede, deren Aufzählung hier zu weit führen würde. In mehreren Gattungen tritt neben der oben bezeichneten Form noch eine zweite mit verkümmerten Flügeln auf (Longitarsus), endlich fehlen dieselben gänzlich (Colaspidea, Timarcha, die kleinere Hälfte der Gattung Chrysomela, Sclerophaedon ete.).

Die geflügelten Arten haben theils einen schnellen und unge- stümen (Clytra), theils einen langsamen, sehr ruhigen Flug (Cassida), welcher z. B. bei unseren Haltica-Arten zuweilen durch einen Sprung eingeleitet wird.

Von besonderer Wichtigkeit für die Trennung der Gruppen und Gattungen muss der Bau der Vorderbrust angesehen werden. Dieselbe ist voru flach, ausgeschnitten, oder zur Aufnahme des Mundes erhöht und vorgezogen (Apteropeda) selten mit vollständigen Fühlerfurchen (Lamprosoma), häufiger mit einem aufstehenden Vorderrande der Seitenstücke versehen, an den sich die Fühler anlegen (viele Eumolpiden). Das Prosternum ist zwischen den Hüften entweder verdeckt, sehr schmal, sogar abgekürzt, oder in zahlreichen Gattungen breit, deutlich wahrnehmbar, hinten in einen Fortsatz erweitert, der manchmal in eine Vertiefung der Mittelbrust eingreift, um den Vorder- und Hinterkörper fester zu verbinden. Berühren die Seitenstücke hinter den Hüften das Prosternum, so werden die Gelenkhöhlen der Vorderbeine geschlossen, im anderen Falle bleiben sie offen.

Chrysomelidae. XI

Die Mittelbrust ist kurz, mit deutlich begrenzten Seiten- stücken, das Mesosternum, nur bei Orsodaena zwischen den Hüften sehr verengt, wird in einzelnen Fällen durch die übermässige Aus- dehnung des Metasternum völlig verdeckt, oder es bildet baid eine Querleiste, bald eine längliche oder quere, seltener quadratische Fläche, und steigt bisweilen in zwei Spitzen (Timarcha) oder einen dieken, langen Dorn auf (Doryphora).

Die Hinterbrust ist bedeutend grösser und fällt nach den Seiten mehr oder weniger ab, wo die Seitenstücke durch eine starke Naht vom Metasternum getrennt werden (eine Ausnahme bilden z.B. die Gattungen Mniophila und Cardax). Die langen Episternen verschmälern sich gewöhnlich nach hinten, die Epimeren nach vorn, letztere sind klein und liegen grösstentheils unter den Epipleuren der Flügeldecken.

Die Beine sind meist unter dem Körper verborgen, verhält- nissmässig kurz, am längsten wohl noch bei den Eupoden, die Vorderbeine gewöhnlich kürzer als die hinteren, bei den Männchen mancher Olytra-Arten aber länger. Die Hüftpfannen der Vorder- beine sind rund, seltener quer (Chrysomelini), die des hintersten Beinpaares gross, stark quer, weit, wenigstens deutlich getrennt; die Vorderhüften ragen häufig hervor, während die Hinterhüften kaum oder wenig über die Brustfläche hinaustreten. Die Schenkel haben meist eine normale Form, sind bisweilen mit einem oder mehreren Zähnchen bewehrt, oder auf der Unterseite zur Aufnahme der Schienen ausgerinnt, die Hinterschenkel der Eupoden und Haltiken sind verdickt. Die Schienen verbreitern sich in der Regel etwas nach der Spitze hin, oder sind vor derselben aus- gerandet, am Ende bald einfach, bald mit einem Enddorne ver- sehen, höchst selten mit zwei Dornen. Die Tarsen sind an der Spitze, bei Psylliodes auf dem Rücken der Schienen eingefügt und bestehen aus vier Gliedern, von denen die drei ersten bei den Haemonien schmal, in den übrigen Gattungen nach der Spitze ver- breitert und unten mit einer verschieden diehten Filzsohle ver- sehen sind, welche zuweilen halbirt, bei den Leptosonyx- Arten durch Dörnchen ersetzt ist.

Die Haltieiden zeichnen sich oft durch ein sehr verlängertes erstes Glied der Hintertarsen aus.

Das Klauenglied sitzt auf dem dritten, herzförmigen oder zweilappigen Tarsengliede, wird von den Lappen desselben ein- geschlossen (Cassiden), oder ist frei. An der Basis bemerkt man zuweilen eine deutliche Verdiekung, den Rest des verkümmerten vierten Gliedes; die Spitze ist bei einem Theile der Halticiden blasenförmig aufgetrieben, oder bei einigen Chrysomelen auf der

XL Chrysomelidae.

Unterseite jederseits zahnförmig erweitert. Die Klauen der Chry- someliden sind der Form nach einfach (Öryptocephalus), am Grunde (Lema) oder bis zur Spitze verwachsen (Monochirus), gezähnt, oder mit einem zahnförmigen Anhängsel an der Basis (Haltica), gespalten (Pseudocolaspis), endlich kammförmig gezähnt (Aspido- morpha); ihrer Lage nach bald genähert (Crioceris) bald gespreizt (Cassida).

Der Hinterleib besteht aus fünf Segmenten, von denen das erste und letzte bei vielen Arten länger als einer der eingeschlossenen drei Ringe ist; zuweilen sind die beiden ersten Segmente (Hispiden) oder die beiden letzten (Camptosomata) verwachsen und unbeweg- lich, oder die drei mittleren Ringe durch eine auffällige Aus- dehnung des ersten oder letzten Ringes bis auf einen kleinen, drei- eckigen Zipfel am Seitenrande des Bauches verkleinert (bei ver- schiedenen Cryptocephalus - Männchen). Die Zahl der Rücken- segmente ist meistens sechs, bei Cryptocephalus sieben, bei Cassida acht; sie sind gewöhnlich glatt, häutig, seltener hornig und jeder- seits mit einem queren 'T'omentflecke versehen (Cryptocephalus). Das letzte ist fast bei allen Arten hornig, punktirt, behaart, oft mit einer Mittelrinne besetzt; neben der bei den Crioceris-Arten eine Zirpleiste liegt, oder es ist sehr vergrössert, nach unten gebogen und von den Flügeldecken nicht bedeckt (Clytrini).

Das Geschlecht der Chrysomeliden lässt sich äusserlich meist sicher erkennen. Im Allgemeinen ist das Männchen durch einen kleinen, namentlich schlanken Körper, im Besonderen durch er- weiterte Taster, Fühler- und Tarsenglieder, oder verlängerte, ge- bogene oder erweiterte Schienen, stärkeren Schenkelzahn und durch abweichende Bildung des Bauches, mindestens des Analringes aus- gezeichnet. Der Penis besteht aus einer mehr oder weniger ge- bogenen Röhre, durch welche der ductus läuft. Diese Röhre ist bei vielen Eumolpiden ziemlich weich, in den übrigen Gruppen hornig, einfach, am Ende nur abgestutzt, abgerundet, zugespitzt oder ausgerandet (Cassiden, Galeruken, und die Mehrzahl der Chry- somelen), oder vorn in Zähne, Dornen oder gezähnte Lappen endigend, oft mit Bartbüscheln versehen, bei den Clytrinen. In der Ruhe wird die Röhre von einer weichen Haut umgeben, welche vorn, sowohl auf der Ober-, wie auf der Unterseite in einen feinen, hornigen, klammerförmigen Rand übergeht, der den Penis umfasst. Vielleicht um den Austritt desselben zu regeln, befindet sich bei den mit Chrysomela verwandten Thieren im Innern, in der Mitte des Hinterrandes am Analringe, eine aufstehende grosse Hornplatte, welche, der Penisform angemessen, im oberen Rande sanft aus- geschweift, oder verschieden tief ausgerandet ist, Die Oeffnung

Chrysomelidae. XIU

für den ductus wird häufig in der Ruhe durch eine Klappe ge- schlossen, und in der davor liegenden Verlängerung des unteren Randes der Penisröhre bemerkt man nicht selten eine offene oder bedeekte Rinne (z. B. bei mehreren Phytodecta-Arten), in welche sich der duetus einlagert. Letzterer ist bei vielen Chrysomelen hart, pergamenthäutig oder hornig, am Ende grade oder schräg ab- geschnitten, gerundet, spitz, oder verdickt.

Das Weibchen erkennt man bei den Camptosomaten an einer Eigrube auf dem Analringe, sonst an dem stärker gewölbten, oder am Hinterrande abgerundeten letzten Bauchsegmente.

Die Entwicklung der Chrysomeliden ist in den Gruppen, deren Larven sich leicht aufziehen oder beobachten lassen, genau bekannt, aber bei den übrigen Gruppen, den Hispinen, Halticinen und vor allem den Camptosomaten sind noch manche Zweifel zu lösen. Die Eier sind elliptisch, glatt und glänzend, oder mit Runzeln oder sehr kleinen und fiachen Grübchen versehen, ziemlich matt, und werden an die Nährpflanze einzeln oder in Gruppen geklebt, bei den Camptosomaten, nachdem sie einige Zeit in der Eigrube ge- legen haben, bei den Orinen in dem Augenblicke, wo die Larve entwickelt ist und ausschlüpfen will (Deutsch. Z. 1885. 403). Die Larve bohrt sich in den Stengel (Sagra, Longitarsus), oder minirt die Blätter (Hispa, Dibolia), oder lebt endlich frei, indem sie sich von der Blattsubstanz oder der weichen Oberhaut des Stengels nährt, bis sie, nach einigen Wochen, bei den Camptoso- maten erst im dritten Jahre, ausgewachsen ist. Nun verfertigt sie sich einen Cocon (Eupoden) oder verwandelt sich ohne einen solchen, bald in oder an der Nährpflanze, bald in der Erde zur Puppe, aus welcher nach kürzerer oder längerer Zeit der Käfer schlüpft. Die hauptsächlichsten Unterschiede sind aus folgender Zusammenstellung zu erkennen:

A. Die Larve verfertigt sich aus ihrem Kothe: a. einen hartschaligen Sack, den sie mit sich herumträgt und in dem sie ihre Verwandlung durchmacht: Camptosomata; b. ein Dach anf dem Rücken. Dasselbe liegt unmittelbar auf dem feuchten, oben gewölbten Körper: Criocerini, oder ist an einer Gabel des Afters befestigt und kann über dem ziemlich flachen, an den Seiten bedornten Körper auf und ab bewegt, ja ganz zurückgeschlagen werden: Cassidini. B. Die Larve ist unbedeckt und lebt: a. gesellschaftlich in Anschwellungen des Stengels und ver- fertigt sich hier zur Verpuppung einen Cocon (Sagra); oder einzeln in Blattminen (Dibola, Hispa) auch in Gängen

XIV Chrysomelidae.

unter der Wurzeloberhaut. Verwandlung meist in der Erde. Longitarsus;

b. frei an der Nährpflanze, entweder an den Blättern derselben: Eumolpini, Chrysomelini, Galerucini, oder am Stengel unter- halb des Wasserspiegels: Donaciini. Die Larven der letzt- genannten Abtheilung sind sehr gestreckt und von allen übrigen durch zwei lange Afterdornen ausgezeichnet. Diese bohren sie völlig in einen unter Wasser befindlichen Pflanzentheil ein und entnehmen den Lufträumen desselben die Luft zum Athmen mit Hilfe eines grossen Stigma, welches sich an der Basis jedes Dornes befindet (Dewitz, Berlin. Zeitschr. 1888. 5).

Linne fasste die Blattkäfer (Syst. Nat. ed. X. 1758) in zwei grosse Gattungen, Chrysomela und Cassida, zusammen, hieran fügte 1762 Geoffroy (Hist. Ins. 1.) Crioceris, Cryptocephalus, Luperus, Galeruca und Haltica, sodann 1767 Linne (ed. XII) die Gattung Hispa, Fabrieius 1775 (Syst. Ent.) Donacia, endlich Laicharting (Verz. Tyrol. Ins. 1. 1781) die Gattung Clytra.

Die Eintheilung der Chrysomeliden ist theilweise von Latreille, Dumeril, Dliger und Spinola versucht, aber erst von Lacordaire ge- geben und von Chapuis (Genera X und XI) näher begründet worden. Danach gliedert sich die Familie in vier grosse Abtheilungen:

1. Kopf vorgestreckt, hinter den Augen halsförmig verengt, Halssch. viel schmaler als die Fld. und ohne Seitenrandleiste, Mandibeln einfach, zugespitzt.... ..%.. =. ..2 4.2 ee nun

1!. Kopf bis zu den Augen in das Halssch. eingezogen, dieses so breit, oder wenig schmaler als die Fld., an den Seiten meist gerandet, Mandibeln mit mehreren Zähnen oder Spitzen ver- sehen . 0 sn Ehe Aa Sl A

2. Körper eylindrisch, vorn und hinten abgestutzt, die beiden letzten Abdominalringe verwachsen, Pygidium gross, nach unten gebogen, meist unbedeckt. . . . ... . Camptosomata.

2!. Körper rund, oval oder gestreckt, zuweilen die beiden ersten Abdominalringe verwachsen, Pygidium klein, nach hinten ge- xiehtet und unter den Eld. verborgen 7". usa 28

3. Stimm geneigt oder senkrecht, der Mund nach unten gerichtet. Die Zähne der Mandibeln stehen an der Spitze und zu beiden Seiten derselben . . Eher... ER CH KElARATE

31. Stirn unterhalb der Fühler und Mund nach unten und hinten gerichtet, niemals von oben sichtbar, Mandibeln nur am oberen

eRande gezähnt, „u... 1... meer, “al ABO.

Erste Abtheilunge: EUP@DA. Chapuis, Genera des Coleopt. X. 25.

Capui pone oculos consiriclum. Prothorax lateribus immarginatus.

Fühler faden- oder schnurförmig, nur bei Haemonia schwach borstenförmig, elfgliederig, dicht am Vorderrande der Augen durch die ganze Stirnbreite von einander getrennt oder etwas vor demselben und einander genähert eingefügt, selten so lang als der Körper, häufiger länger oder wenig kürzer als die Hälfte, dicht und fein, meist leicht abstehend behaart. Kopf mässig vorgestreckt, dreieckig, mit stark heraustretend-gewölbten ganzen oder ausgerandeten Augen, hinter diesen mit gewölbten, selten fehlenden Schläfen, aber immer eingeschnürt und halsförmig verlängert, so dass der Vorderrand des Halsschildes mehr oder weniger weit von den Augen entfernt bleibt. Die Mandibeln verhältnissmässig kurz, stark, ganzrandig oder an der Spitze gezähnt oder gespalten, meistens fast ganz unter der ÖOberlippe verborgen. Halsschild so lang als breit oder länger, an den Seiten ohne Kante oder Rand, verschieden weit vor den Hinterecken eingeschnürt oder verengt und am Hinterrande meist nur halb so breit als die Flügeldecken. Schildchen dreieckig oder hinten abgestutzt. Flugeldecken mit stumpf vorragenden Schultern, „doppelt so lang als zusammen breit oder länger, die Seiten mehr oder weniger parallel, oft nach hinten erweitert, oft verengt, den Hinterleib ganz bedeckend. Von den fünf Ringen des Abdomens ist der erste fast durchgängig der längste. Beine lang, nicht selten alle Schenkel oder nur die hinteren keulenförmig ver- diekt und mit Zähnen bewaffnet, oft weit über den Rand der Flügel- decken reichend. Die Vorderhüften ragen kegelförmig, die mittleren kugelförmig aus den Gelenkpfannen hervor, die hinteren sind quer.

Die hierher gehörigen Insekten sind durch den vorgestreckten und hinter den Augen halsförmig abgeschnürten Kopf, welcher mit dem in die Länge gezogenen, an den Seiten ungerandeten Hals- schilde beträchtlich schmäler als die gestreckten Flügeldecken ist,

von den übrigen Chrysomeliden stets sicher zu trennen; sie besitzen MI: 1

2 Eupoda.

weder zusammengewachsene Abdominalsegmente, noch ein Pygidium und ihre Fühler sind tiefer am Kopfe und weiter von einander ein- gefügt wie bei einigen im Körperbau ähnlichen Eumolpiden und Galeruciden.

Die Abtheilung enthält, nachdem die im Regen. animal. von Latreille dazugerechneten Gruppen der Megasceliden und Megalo- piden von Chapuis ausgeschieden und zu den Camptosomen gestellt wurden, folgende drei Gruppen:

A. Die Vorderhüften durch einen schmalen Fortsatz des Prosternum getrennt! Sagrini.

B. Vorderhüften frei, fast aneinander stehend:

a. Erster Hinterleibsring wenigstens so lang als die folgenden zusammen, Fühler an der Basis einander genähert: Donacüni.

b. Erster Hinterleibsring wenig länger als einer der übrigen; Fühlerbasis durch die ganze Breite der Stirn getrennt: Criocerini.

Diese Gruppen fanden ihre erste gründliche und noch heute mustergiltige Bearbeitung 1845 durch Lacordaire in der Mono- graphie des Coleopteres subpentameres, famille des Phytophages, welche von Suffrian in der Stettiner entomol. Zeitung 1546 und 1847 in Bezug auf die deutschen Arten eingehend besprochen wurde.

Erste Gruppe: SAGRINI

Lacordaire, Monogr. des Phytophages 1. Prosternum inter coxas anticas Processu dislincto.

Die Mitglieder dieser Abtheilung, grösstentheils den heissesten Erdstrichen angehörend, bilden ein Gemisch von Formen, deren Zu- gehörigkeit zu den Chrysomeliden auf den ersten Blick oft zweifelhaft ist. So sind Megamerus uud Verwandte von den (erambyciden, Carpophagus etc. von den Bruchiden schwer zu trennen, und selbst die einzige europäische Gattung, die seit Latreille hierhergerechnet worden ist, Orsodaena, passt wenig zu den typischen Formen, welche die Gattungen Mecynodera und Sagra enthalten. Bei allen ist die Vorderbrust zwischen den Vorderhüften in einen schmalen, hohen Kiel verlängert, welcher die herausstehenden Hüften in ihrer ganzen Länge trennt. Die übrigen Unterschiede sind variabel und zur Trennung von den beiden folgenden Abtheilungen ungeeignet.

Die Larven leben im Innern von Pflanzen und zeigen dadurch die nahe Verwandtschaft mit den Cerambyciden an, während sie durch Lebensweise und Körperbau von den Donaciünen- und Ürio-

Sagrini. 3

cerinen-Larven ausserordentlich abweichen. Mit letzteren, welche vorzugsweise Pflanzen aus der Familie der Asparageen bewohnen, haben sie insofern einen geringen Verwandtschaftsgrad, als sie sich in den kletternden Dioscoreen aufzuhalten pflegen, die in den Tropen- gegenden unsere Äsparageen vertreten.

Die Eier werden nach Lucas (Annales d. Fr. 1873 p. 231 Sagra splendida) an die Stengel der Dioscorea - Arten geklebt. Die Larven durchbohren die Oberhaut der Pflanze und es bilden sich dadurch an den durchfressenen Stellen gemeinschaftliche grosse und hohe Längsauswuchse, in denen die Larven familienweise leben. Letztere sind sehr langsam, dick und breit, fleischig, vorn und hinten abgerundet, halbkreisförmig gebogen und den Lamellicornien-Larven nicht unähnlich, glänzend gelblich braun, glatt. Ihr Kopf ist klein, hart, ohne Ocellen, mit sehr kurzen viergliederigen Fühlern und dreigliederigen Maxillartastern. Jede verfertigt sich dicht unter der Oberhaut des Auswuchses einen länglichen, ceylindrischen, beiderseits abgerundeten Cocon, dessen Wände dünn und zerbrechlich sind, wahrscheinlich aus den Excrementen und bildet sich in etwa zwei Monaten, April und Mai, zum vollkommenen Insekte aus.

Jedenfalls wurde die bis jetzt unbekannte Lebensweise und Entwicklung von Örsodacna eine ähnliche sein müssen, wenn diese Gattung künftig bei den Sagrinen bleiben sollte.

Rhaebus Fisch dagegen, der sich in den Früchten von Nitraria Schoberi ähnlich wie alle Bruchiden entwickelt, ist nach den Aus- führungen von Dr. Kraatz (Deutsch. ent. Z. 1879. 277) ganz von den Chrysomeliden zu entfernen und bei den Bruchiden unterzubringen, zu denen die Gattung bereits von Seidlitz (Fauna balt. 130) ge- stellt worden ist. Die Bildung des Kopfes, der Augen und der Füsse, die Einlenkung der Fühler in der tiefen Ausrandung der Augen, und die verkürzten Flugeldecken, welche das grosse Pygidium nicht bedecken, lassen diese Stellung durchaus natürlich erscheinen.

ÖOrsodacna. Latreille, Hist. nat. Crust. et Ins. III. 223. Mandibulae apice acutiusculae. Oculi rotundi, integri. Acetabula antica occlusa. Inguwiculi tarsorum dente aculo armati.

Fühler elfgliederig, fadenförmig, mit Ausnahme des ersten Gliedes dünn, Glied zwei bis vier cylindrisch, fünf bis zehn nach der Spitze deutlich verbreitert, elf elliptisch, beiderseits zugespitzt. Kopf dreieckig, mit breiter Stirn, zwischen den Fühlerwurzeln meist

1*

4 Eupoda.

quer eingedrückt, mit grossen, mässig heraustretend gewölbten Augen, hinter denen der kurze Hals nur schwach abgeschnürt ist. Die Oberlippe ziemlich gross, vorn gerundet abgestutzt und dicht be- wimpert; Mandibeln schlank, vorn einfach zugespitzt. An den Maxillartastern ist das dritte Glied kaum halb so lang, das vierte dagegen so lang oder länger als das zweite, bald schmal, eylindrisch, vorn schief abgestutzt, bald breiter, eiformig. Die Zunge ist sehr gross, häutig, vorn stark erweitert und herzförmig ausgerandet, ihre Lappen sind divergirerd, aussen stark gerundet. Halsschild so lang als breit oder länger, hinter den Vorderecken leicht gerundet erweitert, von der Mitte an allmählich bis zur Breite des Vorder- randes oder mehr verengt, dicht vor dem Hinterrande wieder etwas verbreitert und etwa halb so breit als der Grund der Flügel- decken. Schildchen klein, dreieckig oder hinten abgerundet. Flugeldecken mehr als doppelt so lang als zusammen breit, ver- worren punktirt, an der Spitze gemeinschaftlich abgerundet. Beine mässig stark und lang, die Schenkel etwas zusammengedrückt, die Schienen fein abstehend behaart, nach der Spitze allmählich er- weitert und hier mit zwei kleinen Enddornen versehen, Glied eins und zwei der Tarsen lang dreieckig, drei kurz, herzförmig-zweilappig, das Klauenglied ungefähr so lang als die zwei vorhergehenden zu- sammen, nur an der Basis in die Lappen des dritten Gliedes ein- gelegt. Die Klauen haben einen langen, spitzen Zahn in der Mitte.

Geschlechtsunterschiede treten äusserlich nicht hervor. Die Männchen sind kleiner und schlanker als die Weibchen, durch die Form des letzten Kiefertastergliedes, wie Thomson (Skand. Col. VII. 132) angiebt aber kaum zu unterscheiden.

Die Arten leben in Amerika, Europa und Asien auf Bluthen; über ihre früheren Stände ist nichts bekannt.

Latreille stellte die Gattung zuerst zwischen Donacia und Crioceris, später zu Sagra und hierin sind ihm alle Schriftsteller gefolgt. Nur Thomson vereinigte sie in seinen „Skandinaviens Coleoptera‘ mit Syneta und Zeugophora zu der Abtheilung der Orsodacnidae, eine Stellung, die sehr natürlich erscheint, wenn man den Habitus ins Auge fasst, die Zungen- und Hüftbildung aber als nebensächlich ansieht.

2. ®. cerasi: Elongata, supra subglabra, subtus dense pubescens; pro- thorace subcordalo capiteque rufo-iestaceis, parce punctalis, sculello laevi, elytris minus crebre punctalis pedibusque testaceis, peciere, ab-

domineque ferrugineis wel vigris. Long. 4, 5 3 mm. Linn. Syst. Nat. X. 376 (Crioceris). Lac. Mon. 76. 6.

Redtb. Faun. A. II. 458. Seidl. F. balt. 502. Crioceris chloretica Oliv. Enc. m£th. VI. 203. Lema fulvicollis Panz. Faun. Germ. 33. 8.

Orsedaera.

{br i

Var. a. Subtus tesiacea.

O. chlorotica Latr. Hist. nat. XI. 390.

Var..b. Vertice, corpore subtus, elylrorum sulwra margineque laterali basi nigro - fuscis.

O. lineola Lac. Mon. 16.

Var. c. Corpore subtus, vertice elytrorumgue apier nigro-fuseis. Galleruca melanwura Fabr. Ent. Syst. II. 22. 45.

Var. d. Corpore sublus verlicegue nigris, prothorace rufo-pieeo vel. ni- gro, elytris margine laterali fusco vel suiura margineque laterali nigro- fuseis.

O. limbata Oliv. Entom. VI. 754. t. 1. f. 5. Duftschm. Faun. A. III. 246.

Var. e. Nigra, abdomine. fronte elyirorumgue disco rufescentibus.

Var. f. Nigra, abdomine, capiie antice thoraceque rufis.

Crioceris glabrata Panz. Ent. Germ. 170. 16; Faun. Germ, 34. 6.

Var. g. OÖbscure coerulea, capite thoraceque rufis.

Crioceris cantharoides Fabr. Syst. Ent. 120.

Var. h. Nigra, antennis pedibusque fuseis.

Crioceris glabrata Fabr. Supplem. Ent. Syst. 39. Orsod. glabrata Duft. Faun. A. III. 249.

Eine in Grösse, Körperform und Farbe sehr veränderliche Art.

Langgestreckt, mit fast kahler Ober- und dicht behaarter Un- terseite, hellgelb, Fühler, Kopf und Halssch. röthlicher; die Brust und der Bauch rothbraun bis schwarz. Kopf sparsam fein punktirt und behaart, die Mitte der Stirn und des Scheitels meist ohne Punkte. Halssch. ziemlich herzförmig, kaum oder wenig länger als in der Mitte breit, weitläufig und fein punktirt, kahl. Schild- chen glatt. Fld. etwas dichter als das Halssch. punktirt, die Zwischenräume der Punkte grösser als diese, jeder Punkt, wenig- stens die am Seitenrande und vor der Spitze befindlichen, mit einem sehr kurzen Härchen besetzt, welches oft abgerieben ist.

Die Färbung der Art ändert vielfach ab:

a. (chlorotica Latr.) der Bauch oder die ganze Unterseite ein- farbig heligelb.

b. (lineola Lac.) Unterseite, Scheitel, Naht und der Aussenrand der Fld. an der Basis schwärzlich.

ce. (melanura Fabr.) Unterseite, Scheitel und die Spitze der Fid. mehr oder weniger breit schwärzlich.

d. (limbata Ol.) Unterseite und Scheitel schwarz, Halssch. roth- braun bis schwarz, Seitenrand der Fld., oder Naht und Seitenrand breit schwärzlich gefärbt.

e. Schwarz, Bauch, Stirn, Halssch. und Scheibe jeder Fld. röthlich.

6 Eupoda.

f. (glabrata Panz.) Schwarz, Bauch, Vorderkopf und Halssch. roth. g. (cantharoides Fabr.) Schwarzblau, Kopf und Halssch. roth. h. (glabrata Fabr. Dft.) Einfarbig schwarz, Fühler und Beine braun. In gebirgigen Gegenden auf Dolden, Prunus-, Sorbus- und Crataegus-Blüthen nicht selten.

2. ©. limeola: Elongata, testacea, supra dense pubescens crebreque punclata, subtus parce pubescens; prothorace elongato, subcordato, lineola dorsali, sutura elytrorum interdum, capite pecioreque nigris. Long. 4—7 mm.

Panz. Ent. Germ. 170. 15; Faun. Germ. 34. 5. (Crioceris). Fabr. Ent. Syst. Suppl. 89.

Var. a. 7ola testacea vel rufo testacea.

Var. b. Testacea, capite pectoreque brunneis vel nigris.

Ors. nigriceps Latr. Gen. Crust. et. Ins. II. 44. Lac. Mon. 80. 7. Redtb. Faun. A. II. 438. OÖ. mespili Lacord. Mon. 73. 4.

Var. c. Nigra, elytris aut testaceis, margine laterali interdum nigricante, aut piceis.

O. nigricollis Oliv. Ent. VI. 753. t. 1. £.3. Redtb. 1. ce. 438. O. marginella Duft. Faun. A. III. 248. 6.

Var. d. Nigra vel nigro-cyanea, thorace maculis duabus baseos elytroque singulo macnla humerali rufis.

OÖ. humeralis Latr. Hist. nat. Crust. et Ins. XI. 350. Lac. Mon. 82. 8. Redtb.]. c. 438.

Var. e. Eadem, elytris immaculatis.

Var. f. Omnino ut var. d, sed prothorax immaculatus.

Var. g. Kadem, elytris immaculatis. ©. coerulescens Duft. 1. c. 248. 5.

O. nematloides Lac. Mon. 34. 9.

Von der Vorigen durch diekere Maxillartaster, dicht und ziem- lich lang behaarte und dichter punktirte Oberseite, das längere Halssch. und die gelänzendere Unterseite, die weitläufiger punktirt und behaart ist, leicht zu unterscheiden; ebenso veränderlich wie jene.

Kopf verschieden dicht und stark punktirt, die Stirn gewöhnlich mit glatter Mittellinie. Halssch. deutlich länger als breit, nach vorn und hinten oft weniger stark gerundet-verengt wie bei cerasi, aber wohl doppelt so dicht punktirt, zuweilen mit einer schmalen, leicht erhabenen glatten Längslinie über die Mitte der Scheibe. Fld. bald breit und wenig gewölbt, bald schmal und hochgewölbt, verschieden stark, ziemlich dicht punktirt, die Zwischenräume kaum so gross als die Punkte.

Orsodacna. 7

Der Färbung nach lassen sich folgende Hauptiormen unter- scheiden:

a. Körper nebst Fühlern und Beinen blassgelb oder röthlich- gelb. Fid. oft heller als das Halssch. und wie der Kopf mit leichtem grünen Metallschimmer. Selten zeigt sich auf den Fld. am Schildehen eine gemeinschaftliche dreieckige dunkle Makel.

b. Kopf dunkler, rothbraun bis schwarz, nicht selten mit grün- lichem Glanze, die Brust schwarz, Bauch und Fühler zuweilen bräunlich. Die helleren Stücke sind mespili Lac., die dunk- leren nigriceps Latr.; Exemplare mit schmaler dunkler Naht und kurzer schwarzer Mittellinie des Halsschildes lineola Panz

c. Kopf, Halssch. und Brust, seltener die ganze Unterseite schwarz, Fühler dunkel, am Grunde heller; Fld. einfarbig gelblich (nigrieollis Ol.) oder mit dunklem Seitenrande (mar- ginella Duft.), oder pechbraun, an der Naht dunkler (pieipennis Duft.).

d. (humeralis Latr.) schwarz, die Oberseite oft blau oder grün- lich schimmernd, zwei längliche Makeln am Grunde des Halssch. und eine Makel auf der Schulter der Fld. roth. Fühler entweder ganz rothgelb oder in der Mitte dunkler

oder schwärzlich mit drei röthlichen Basalgliedern.

Bei weiterer Zunahme der schwarzen Färbung verschwinden die Makeln: e. der Fld., f. des Halssch., g. der Fld. und des Halssch. (coerulescens Duft.). In Mittel- und Süddeutschland seltener, häufig in Südeuropa.

Zweite Gruppe: DONACIINI. Lacord. Monogr. des Phytophages 91.

Antennae basi subapprozimatae.

Oculi rotundi, integri. Elytra punctato-striata.

Coxae antlicae apice fere conliguae, e prosterno haud sejunctae.

Abdomen segmento primo reliquis simul sumtis longiore vel longi- tudine aequali.

Unguiculi tarsorum simplices, validi.

Das Hauptmerkmal dieser Abtheilung ist die Länge des ersten Hipterleibsringes, welche die der andern Segmente zusammengenommen erreicht oder übertrifft. Nur die eigentlichen Sagrinen besitzen eine ähnliche Bildung, sind aber unschwer dadurch zu unterscheiden,

6) Eupoda.

dass bei ihnen die Vorderbrust zwischen den Vorderhüften kielartig erhaben ist. ö

Fühler vor den Augen einander etwas genähert eingefügt, faden- oder schwach borstenförmig, länger oder wenig kürzer als der halbe Körper, dicht und fein behaart, das erste Glied stärker, cylindrisch oder nach der Spitze hin verdickt, meist schwach ge- bogen, das zweite Glied kurzer als eins der übrigen. Kopf behaart, mit den Augen höchstens so breit als das Halsschild am Vorder- rande, Oberlippe quer, vorn leicht gerundet oder ausgerandet, Scheitel gewölbt, Stirn mit einer mehr oder weniger langen Mittelrinne. Augen rundlich, ganzrandig, gewölbt. Halsschild viereckig, im vorderen Drittel des Seitenrandes jederseits mit einem mehr oder weniger starken Höcker, so dass sich die grösste Breite bald hinter den Vorderecken befindet; die Basis schwach gerundet, deutlich oder nicht gerandet, vor dem Schildehen meist schwach ausgeschweift, der Rücken ziemlich flach, mit einer verschieden tiefen Längsfurche über die Mitte, welche weder den Vorder- noch Hinterrand erreicht. Schildehen mässig gross, dreieckig, dicht seidenhaarig. Flügeldecken mit zehn regelmässigen ganzen Punktstreifen und einem abgekürzten an der Naht am Schildehen. Vorderhüften ziemlich dieht, frei neben einander stehend, an der Spitze fast zusammenstossend, die Mittel- hüften weiter auseinander gerückt, die Hinterhüften sehr breit ge- trennt. Klauen einfach, gekrümmt, lang und stark. Die ganze Unterseite mit einer grauen, weiss- oder goldig-schimmernden Be- haarung versehen, entweder einer doppelten, aus anliegenden, kurzen, dicht aneinandergedrängten Härchen bestehend, zwischen denen sich längere, dickere und abstehende Haare befinden (Donacia, Plateumaris), oder einer filzigen, bei der die einzelnen Härchen nicht mehr zu unterscheiden sind (Haemonia).

Der Penis bildet eine winkelig nach unten gebogene Röhre mit schiefer Oeffnung und besitzt auf der Oberseite einen eigenthüm- lichen Anhang. Derselbe entsteht dadurch, dass sich die pergament- artige Haut, welche den Penis am Grunde umgiebt, oberseits in eine schmale Spitze verlängert, welche ebenso fest wie der Penis, hornig und am Ende Jang bewimpert ist und sich, leicht gekrümmt, bis dicht vor die Penisspitze hinzieht oder in die Penisöffnung hinein- ragt. Zur bequemen Lagerung dieses Anhanges besitzt der Penis oberseits meistens eine Längsrinne.

Die Donaciünen leben an Wasserpflanzen, theils über, theils unter dem Wasser; ihre Eier kleben sie einzeln im Wasser an die Wurzeln, den Stengel oder die Blätter ihrer Nährpflanzen. Die sehr träge, kommen nie an die Oberfläche

Larven sind kurzbeinig,

Doracünt. 9

des Wassers und befinden sich in der Mitte eines gallertartigen Schleimes, welcher dem Froschlaich sehr ähnlich ist. Ob sie von diesem Schleime leben, welcher vielleicht durch ihre Verletzungen der Pflanzenhaut entsteht, wie Perris (Ann. d. Fr. 1848. 33) ver- muthet, ob sie wirklich bis zur dritten Häutung die zarten Wurzel- fasern, nachher aber nur die äussere Haut abnagen, wie Heeger') (Sitzungsber. Ac. Wien 1854. 35) beobachtet haben will, oder ob endlich die Ernährung der einzelnen Arten ganz verschieden ist, so dass von einer Art nicht auf die übrigen geschlossen werden dürfte, ist noch unaufgeklärt. Der Körper der Larven ist langgestreckt, nach vorn mehr als nach hinten verengt, mit elf Segmenten, von denen das letzte fast im vorletzten steckt und mit zwei langen Afterdornen bewaffnet ist, welche zur Befestigung der Larve an den Pflanzenstengeln dienen?). Die Dornen sind etwas gekrümmt, dicht unter dem oberen Rande des Segmentes angeheftet und vorn stark zugespitzt. Der ganze Körper ist behaart, matt, die einzelnen Segmente haben eine oder mehrere Querfurchen, vor und hinter diesen dagegen Querreihen von röthlichen Punkten oder Börstchen, im ganzen acht bis neun Paar Stigmen°). Zur Verpuppung ver- fertigt sich die Larve ein lang-ovales, pergamentartiges Gehäuse aus ihrem Speichel an, welches an der Nahrungspflanze befestigt ist und aus dem der Käfer auskriecht, nachdem er am oberen Ende einen förmlichen Deckel abgenagt hat.

Im Habitus erinnern die Arten dieser Abtheilung an die Cerambyciden; sie wurden deshalb von den älteren Autoren Linne, Marsham, Paykull etc. bei Leptura und Rhagium untergebracht und der von Fabricius 1775 aufgestellte Gattungsname Donacia gelangte erst spät zu allgemeiner Annahme. 1829 trennte Latreille die Gattung Haemonia davon ab und seitdem ist eine weitere Spal- tung in Gattungen nicht versucht worden. Nur Thomson brachte die mit Don. sericea verwandten Arten in eine besondere Abtheilung,

') Seine Angaben über die Dauer der Entwicklung sind unzuverlässig; rechnet man nämlich die einzelnen zusammen, so ergiebt sich, dass D. clavipes statt Ende September, wie behauptet wird, bereits Anfang Februar fertig entwickelt ist. Verdächtig ist auch die Beobachtung, dass die Larve keine Ocellen besitzen soll.

2) Nach Heeger |. c. sitzen diese Dornen bei D. clavipes unten am vorletzten (?) Segmente, sind nach aussen gebogen, in der Ruhe nach vorn geschlagen und dienen beim Kriechen als Nachschieber!

®2) Perris ]. c. fand an der Larve von D. bicolora nur acht Paare, eins auf dem Mesothorax, die übrigen auf den ersten sieben Abdominal- Segmenten; ebenso Bellevoye an den Larven von Haemonia Mosellae.

10 Eupoda.

Plateumaris. Die hierher gehörigen Thiere unterscheiden sich durch Körperbildung und Lebensweise aber so bedeutend von Donacia, dass mir die Aufstellung einer eigenen Gattung für sie durchaus

gerechtfertigt erscheint.

Haemonia.

Latreille, Cuv. Regn. anim. ed. 2. V. 136.

Corpus haud metallicum, sublus cum capite antenmisque tomento flavo-einerascente obiectum.

Elytra apice externe spinoso-producta, sutura elevata.

Abdomen seymento primo veliquis simul sumlis longitudine aequali.

Tarsı elonyali, parce ciliati, arliculo tertio minulissimo, ullimo mazximo.

Mandibeln lang, ziemlich kräftig, vorn fast rechtwinkelig gegen einander gebogen, die schwach ausgerandete Oberlippe etwas üuber- ragend. Kopf mässig breit, mit grossen, kreisrunden, stark gewölbten Augen, die Stirn hat in der Mitte eine tiefe Längsgrube, welche beiderseits von einer hohen Leiste begrenzt wird, die vorn, wo sie am höchsten ist, steil abfällt. Der Hals ist hinter den Augen nur leicht abgesehnürt. Fühler vor den Augen, einander genähert ein- gefügt, wie der Kopf und die ganze Unterseite mit einer dichten, seidenglänzenden Filzkruste bedeckt, leicht borstenförmig, indem die letzten Glieder schlanker als die ersten sind. Sie erreichen etwa °: der Körperlänge. Halsschild viereckig, hinter den Vordereeken mit einem niedrigen, seitwärts gerundet heraustretenden Seitenhöcker, auf der Scheibe mit einer breiten, flachen Mittelrinne, in welcher sich ein oft scharfer Längskiel hinzieht. Flugeldecken fein behaart, mehr als doppelt so lang als breit, die Seiten fast parallel, hinter der Mitte etwas verbreitert, nach der Spitze hin wenig verengt, diese selbst einzeln ausgerandet-abgestutzt, die Aussenecken in einen Dorn ausgezogen; jede mit 10 zu je zweien einander genäherten Punkt- streifen und einem abgekürzten an der Naht am Schildchen. Die Naht ist bald hinter dem Schildchen bis vor die Spitze dachförmig erhaben, mit schmalem Filzsaume, der dritte, fünfte und neunte Zwischenraum breiter und stärker gewölbt als die übrigen. Die Flügeldecken sind weisslich gelb, die Punkte der Streifen stehen je- doch auf schwarzem Grunde oder die Streifen sind ganz schwarz, zuweilen so ausgedehnt, dass nur noch die drei gewölbteren Zwischen- räume die Grundfarbe behalten.

Die Beine sind schlank, die hinteren bedeutend länger als die übrigen, wenigstens die vier Vorderschenkel leicht keulig-verdickt,

Haemonria. 11

die Schienen meist schwach gebogen, nach der Spitze hin wenig ver- breitert, die Innenseite der hinteren zweimal geschweift, Tarsen zu- sammen länger als die Schienen, cylindrisch, sparsam</